hervorgekramt vom 7.12.:
Gestern legte ich mir die just erschienene, deutsche Übersetzung (Ursula Gräfe) von Ryu Murakamis (nicht der Bruder!) „in the miso-soup“ zu und las es noch gestern Nacht aus. Mensch. Da wird einem zwischendurch doch schlecht. Vor allem, wenn man es um halb drei Nachts mit Bohren & der Club of Gore im Hintergrund liest.
Ich kenne bis jetzt von der japanischen und englischen Version nur die ersten Sätze. Die sind im Deutschen völlig anders übersetzt…
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eine englische Leseprobe gibt es hier
Englisch:
„My name is Kenji.
As I pronounced these words in English I wondered why we have so many ways of saying the same thing in Japanese. Hard-boiled: Ore no na wa Kenji da. Polite: Watashi wa Kenji to moshimasu. Casual: Boku wa Kenji. Gay: Atashi Kenji ‘te iu no yo!“
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eine deutsche Leseprobe gibt es hier
Deutsch:
Ich heiße Kenji. Mein Name ist Kenji. Ich bin Kenji.
Während ich mich fragte, wieso es eigentlich so viele Arten gab, diesen Sachverhalt auf Japanisch auszudrücken, stellte ich mich dem Amerikaner vor: »My name is Kenji.«
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Leider finde ich gerade keine japanische Leseprobe, weil mein computer hier kein japanisch schreiben kann (Anm.: siehe damals 7.12.). Aber zufällig fand ich die hier! Die wurde wohl aus dem Englischen zweitübersetzt…
Me llamo Kenji.
Mientras pronuncio estas palabras en inglés me pregunto por qué en japonés hay tantas maneras de decir lo mismo. En plan duro: Ore no na wa Kenji da. Educado: Watashi wa Kenji to moshimasu. Casual: Boku wa Kenji. Gay: Atashi Kenji ’te iu no yo!
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Nachtrag:
Die Frage ist also:
Welche Übersetzung macht mehr Sinn. Kann jemand, der kein Japanisch kann etwas mit diesen japanischen Sätzen, wie sie in der englischen Fassung verwendet werden, anfangen? Natürlich versteht er den Inhalt nicht – aber bekommt er den unterschiedlichen Ton mit? Dass „ore no na wa kenji da“ viel bulliger (halt typisch männlich) als das schwule „Atashi Kenji ‘te iu no yo!“ klingt?
Leider geht bei Ursula Gräfes ersten Sätzen aber der Sinn dieser Einleitung erst recht verloren. „Ich heiße Kenji. Mein Name ist Kenji. Ich bin Kenji.“ – Das klingt weder gut, noch kann es die verschiedenen Arten etwas auf Japanisch zu sagen auch nur ansatzweise vermitteln. Das ist ein grundlegendes Problem der Übersetzung – Japanisch lebt von Höflichkeit, Männer- oder Frauensprache und Worten oder Formulierungen, die bestimmte Beziehungen, sei es die des Sprechers zum Gesagten, oder die der Sprecher untereinander vermitteln. Oft weiß man in Büchern nur durch die Art des Sprechens wer wer in einem Dialog ist. Daher muss die einfache übersetzung dieser Passage misslingen. Ich halte Ursula Gräfe aber sonst für eine gute Übersetzerin. Die Frage ist: Wie könnte man es anders machen? Mir gefällt der englische Weg sehr gut, aber das liegt daran, dass ich weiß was und wie es dort gesagt wird….