Da berichtet Trackback also von sellaband.com, nachdem Spreeblick das Ganze schon vor mehr als einem halben Jahr recht gut durchleuchtete…
Warum fällt dann aber der Bericht im Radio so unkritisch aus? Weil die Zeit fehlte? Weil der Beitrag aus einem Interview mit jemandem bestand, der dieser Plattform positiv gegenüber steht? Holger Klein ist nicht nur ein guter Moderator und ein netter Blogger, aber das war mir, wenn man die Spreeblick-Kommentare mal angeschaut hat, dann doch zu unreflektiert. Das Problem ist natürlich in “Blogosphäre” und auch sonst dadurch bedingt, dass es inzwischen zu viele Informationen und Meinungen gibt, um sie alle zu verarbeiten. Die für einen interessanten Nachrichten zu bündeln und zusammenzustellen - diese Aufgabe haben im Internet inzwischen so viele verschiedene Möglichkeiten übernommen (Wikipedia, Blogs usw), dass daraus schon wieder ein Informationsüberschuss entstanden ist. Egal, darum geht es doch gerade gar nicht. Zurück zum Thema:
Sell A Band.
Das Konzept ist nicht ganz so kurz erklärt.
1. Band meldet sich an und macht, ähnlich zu myspace oder purevolume, einen Account und stellt etwas zum Anhören online (Aufnahmen müssen wie überall also schon existieren)
2. User hören sich die Band an und finden sie gut, sie nehmen den “Believer-Status” an und spenden 10 Dollar oder mehr.
3. Dieses gespendete Geld ist vielleicht mit einer Aktie zu vergleichen (man berichtige mich, wenn ich falsch liege)
4. Den Anteil, also das Geld, sieht der Künstler so lange nicht, bis so viele Menschen Anteile gekauft haben, dass 50.000 Dollar gesammelt sind (also grundsätzlich 5000 Fans)
5. Mit dem Geld werden Aufnahme und Pressung und so etwas finanziert.
6. Die Musik wird einerseits online zum download bereitgestellt, andererseits verkauft
7. Die “believer” werden durch ihre Anteile an den Einnahmen beteiligt, genauso wie die Band
8. Die Band befindet sich ein Jahr lang in einem Vertrag mit Sell-A-Band
9. Die Aufnahmen bleiben im Besitz von Sell-a-band. Nach dem einen Jahr bekommt die Band zwar ein Master, muss aber, um die Musik anderweitig nutzen zu können, neue Aufnahmen machen.
Das erstmal grundsätzlich. Man müsste aber viel weiter ins Detail gehen, um wirklich zu zeigen, was daran schlecht und was daran gut ist. Die Kommentare im oben verlinkten Spreeblick-Artikel tun genau das.
Mal davon abgesehen, dass es gar nicht so leicht ist 5000 Leute zu finden, die bereit sind im Internet (und nicht bei einem Konzert) 10 Dollar für eine Band auszugeben, finde ich ebenfalls die Summe von 50.000 Dollar unwahrscheinlich hoch. Wie einige der Kommentatoren sagen: Mit dieser Summe kann man leichter sein eigenes Label auf-, alleine verdammt gute Aufnahme machen und auch noch Werbung finanzieren.
“Once an Artist has officially reached the Goal of $50,000 he/she is obliged to fulfill the recording commitment with SellaBand. Of the $50,000, $30,000 will be used for recording the CD. SellaBand will assign an A&R- manager who will book the producer, studio and mastering facility. The rest of the budget will be used for manufacturing, packaging and posting the 5,000 CDs for your Believers.”
Auch hier sei auf die Kommentare bei Spreeblick und die dort besprochenen Geschäfts- und Vertragsbedingungen verwiesen. Ich bin leider kein Jurist.
Aber die Band ist bei erreichen der 50.000-$-Grenze (also Gewinn des Spiels) verpflichtet die von dem von SellaBand angeheuerten A&R-Manager anzunehmen. Sie muss in dem von diesen ausgesuchten Studio aufnehmen.
20.000 $ werden für Pressung und Versendung von 5.000 CDs eingeplant? Nanu, das erscheint mir ungewöhnlich viel.
So lange die Künstler keine 50.000 $ zusammen haben, sehen sie natürlich auch nichts davon. Sie werden also notariell von SellaBand verwaltet, die Einnahmen entstehen also aus dem verwalteten Geld und den Zinsen.
Warum 50.000. Dollar? SellaBand erklärt:
“We realize that 50k is a lot of money, but all you need is 5000 fans who believe in you to reach this goal. We have decided to go for 50k for several reasons. First and most important reason is quality. We want to give artists the opportunity to record their music in an environment as high quality as any major label would offer you. We are convinced that top studios, A&R managers and producers are necessary to lift your music from sounding good to sounding excellent. Secondly we chose to send exclusive versions of your CD to your believers. This service already consumes 40% of the total budget. For the exact split please see the pie chart.”
Nähere Erläuterung:

Hm. Überzeugt bin ich von dieser Rechnung nicht.
Man muss aber sagen, dass die von SellaBand aufgeführten Produzenten und Studios wohl schon recht ordentlich sind. Ich möchte SellaBand auch keine Abzocke unterstellen.
Ich denke schon, wie auch vielleicht durch Johan Vosmeijers Erklärungsversuche bei Spreeblick ersichtlich wird, dass SellaBand von Leuten gemacht wird, die gute Musik schätzen und kleinen Bands helfen wollen.
Die Vorstellungen und Vertragsbedingungen erscheinen allerdings nicht wirklich optimal. (suboptimal… krrrr).
Und anscheinend funktioniert SellaBand. Oder funktioniert der Hype? Viele Anmeldungen und schon fünf Künstler, die das Spiel gewonnen haben. Noch mehr reden darüber.
Für eine Band ist es sicher nicht anstrengend dort ein Profil zu erstellen und ihr sowieso existentes Demo hochzuladen. Wer aber wirklich dort nach dem Geld guckt, muss aktiv werben und sich viel darum kümmern. Das ist natürlich der Grundgedanke dahinter. Und die, die Anteile besitzen, sollen wiederum werben - sie haben ja ein Interesse daran, dass die Band bekannter wird.
Aber nur die wenigsten haben wirklich das Interesse oder die Zeit sich nur auf SellaBand zu konzentrieren. Man erstellt also einen Account und guckt mal, was so passiert. Vielleicht bekommt man hundert Euro zusammen und viel mehr Nicht. Ein paar haben vielleicht 10 Dollar verloren - so what. Aber SellaBand hat daran verdient.
Man muss SellaBand allerdings zugestehen, dass das Geld nicht verlorengeht. Es kann vor Erreichen des Ziels beliebig (?) zu anderen Künstlern verschoben werden, wie User Kirt im Interview mit Trackback sagt. Beliebig? Haben die Believer da ein Wort mitzureden? Schließlich haben sie in genau diesen Künstler investiert und nicht in einen anderen. Verschiebt der Künstler oder der Believer?
Aber durch das Internet und Schweigespiralentheorien und übliche Prinzipien muss SellaBand verständlicherweise wie Blogosphäre oder mal wieder zB Myspace organisiert sein. Einige wenige werden bekannt, entweder weil sie gut sind (optimal), oder weil sie “am lautesten schreien” und einmal oben natürlich weiterhin an der Spitze bleiben (suboptimal). Das heißt wie immer: wenige Erfolgreiche und viele, die dort herumkrebsen.
Was mich an Trackback bei dieser Sendung gestört hat, ist, dass mit Kirk ausgerechnet der User befragt wird, der sich als Deutscher bis jetzt wohl als einziger dort überhaupt eine Chance auf Erreichen des Ziels vorstellen kann. Kirk hat “schon” $11400.
Wie sieht es aber mit anderen deutschen Künstlern aus?
Es folgt “Simeon” mit $4650 und auf ihn “::: blister :::” mit $4530.
Und dann?
Dann folgen 8 Künstler mit einem Guthaben zwischen $360 und $130. Alle 354 restlichen Deutsche Künstler haben dort genau oder weniger als $100 Dollar.
Der Abstand von Kirk ist also beträchtlich.
Anscheinend finden viele seine Musik sehr gut. Ich finde sie herzlich unspannend, das ist aber hier nicht wichtig.
Kirk ist übrigens, so sagte er, jemand mit eigenem Studio, der vom Musik machen lebt (?). Also ist der einzige Deutsche, der bei SellaBand bis jetzt die Chance hat seine Musik zum Beruf zu machen, jemand, der Musik zum Beruf gemacht hat?
Wie sieht es bei SellaBand aber zum Beispiel mit der Musik aus, die ich selbst mache? Ich denke mal, die soll unter dem Genre “Hardcore Metal” zusammengefasst sein.
54 angemeldete Künstler. Also weltweit.
“Dandelium” mit ihrem Genre “Gothic/Hardcore Metal” sind Spitzenreiter: $2410
Platz 2: “Shatter” mit $100.
Alle 52 folgenden haben also weniger als $100.
Aber an diesen 54 verdient SellaBand natürlich trotzdem.
und so geht es weiter.
Die Website ist noch nicht sehr alt. Man muss sehen wie sich das Konzept noch entwickelt. Bis jetzt ist es aber, wie so viele Versuche, eine wie viele Internetplattformen, die einigen wenigen zum Erfolg verhilft und eine riesige, graue Masse, dahinter aufweisen kann.
WIE META!
haha. Internet lässt grüßen.
Und “Makro-Mikro-Makro-Mikro”-singend laufe ich die Straße entlang. Das könnte ein Hit werden. Vielleicht finden 5.000 Leute das ja auch.
Wenn ich nur laut genug singe…
Wenn ich nur lang genug singe…
Wenn ich nur penetrant genug singe…
Makro-Mikro-Makro-Mikro
Makro-Mikro-Makro-Mikro
und weiter.
18. Mai, 2007 um 3:46 Uhr vormittags
Natürlich setzen sich nur diejenigen durch, die gute Qualität liefern und am lautesten schreien. So ist das im Leben. Das ist auf Sellaband nicht anders. Es kann nicht jeder ein Star sein, genausowenig wie jeder ein Millionär sein kann. Jeder hat die Chance das zu erreichen. Wer es wirklich will, hart dafür arbeitet und ein bisschen Glück hat, kann das auch schaffen. Wenn eine Band es nicht fertig bringt mehr als 100 Dollar an Investitionen zu finden, dann strengt sie sich nicht genug an, oder sie kann nichts. Natürliche Auslese. Es liegt an einem selbst.
Jetzt noch ein paar Punkte:
1.Es ist natürlich der Believer der die Kontrolle über sein Geld hat und es an andere Künstler verschieben und es sogar zurückerstatten kann wie es ihm gefällt. Der Künstler hat darauf kein Einfluss. Warum auch? Würde er das Geld seiner Believer einem anderen Künstler überweisen wollen?
2.Von Musik leben können(wie in meinem Fall) heisst nicht gleich millionen scheffeln, wie es manche Menschen sich vorstellen. Es ist harte Arbeit, die Miete und das essen zahlt.
Jeder Musiker sollte Sellaband als Chance verstehen und versuchen sie zu nutzen. Hier hat man die Fäden selbst in der Hand.
3.Den A&R, Produzenten und Studio sucht man sich als Künstler übrigends selber aus. Auch welche Songs man dann produziert ist einem selbst überlassen.
4.Ich glaube die Chance die man als Band hat mit Sellaband erfolgreich zu sein, hat nichts mit Nationalität zu tun, sondern mit innerer Einstellung: wer schon vorweg an nimmt deutsche Bands haben auf Sellaband keine Chance und versucht es nicht einmal, der hat auch keine Chance. Der deutsche “Misserfolg” auf Sellaband lässt sich womöglich auch auf genau dieser Skepsis, die Deutschland jedem neuen Konzept gegenüber hervorbringt, zurückführen.
5. Simeon produziere ich übrigends auch. Wir arbeiten zusammen. Ist also kein Zufall. Er ist sogar deutschsprachig und schlägt sich ganz gut. Übrigends sein grösster Fan ist eine amerikanische Frau mit zwei Kindern, die in Los Angeles lebt und kein Wort deutsch spricht. Hier ist ihre Fanseite:
http://www.beyondtheprofiles.com
6. Ich heisse “Kirt”, nicht “Kirk”
7. Harcore Metal ist Spartenmusik, aber auch die Sparte hat weltweit Millionen von Anhängern. Umso grösser Sellaband wird, umso einfacher wird es für nicht Mainstream Genres es sein, das relevante Publikum zu finden und auch das Ziel von 50,000 zu erreichen. Ich glaube dass Sellaband langfristig genau der Spartenmusik eine grosse Chance verschafft.
8. Mit dem Makro-Mikro song könntest du eine gute Chance haben. Darf ich dann den Deep House Remix davon machen?:-)
18. Mai, 2007 um 3:26 Uhr nachmittags
Hallo Kirt, ich habe gerade ein ausführliche Antwort geschrieben, die mein Browser plötzlich vor dem abschicken gelöscht hat. hier der etwas kürzere Versuch einer rekonstruktion. ich danke dir für deine antwort und freue mich, dass du dich mit dem eintrag auseinandergesetzt hast (denn genau darum geht es hier).
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich das interview bei trackback nicht als unreflektierte werbung verstanden habe, holger mir persönlich aber dann doch nicht kritisch genug nachfragte (angesichts der langen spreeblick-diskussion).
>> Natürlich setzen sich nur…
- du hast leider recht. der wunsch, dass sich statt “laut und bunt” vielleicht auch mal qualität durchsetzen könnte, sollte trotzdem erhalten bleiben. es fand in den letzten jahren in der hinsicht sowieso ein wandel statt. die bands müssen zuerst einmal einen großteil der eigenen präsentation und werbung selbst übernehmen. es ist wohl nötig geworden, man muss nicht nur in die musik, sondern auch in alles andere darum viel mehr zeit und geld investieren. das ist das problem dabei. denn so haben menschen, die sich nicht beruflich mit der musik beschäftigen können eine kleinere chance etwas größeres daraus zu machen (und das, obwohl teilweise wirklich gute musik machen). natürlich kann man auch hier einwänden, dass es halt so läuft. wer zeit, geld und geschrei investiert, der wird vielleicht damit erfolg haben - was erwarte ich eigentlich anderes. es stört mich allerdings schon, dass es inzwischen ganz normal geworden zu sein scheint, dass musiker zum beispiel bei der der teilnahme bei bandwettbewerben nicht nur eine eintrittsgebühr zahlen, sondern auch die karten selbst verkaufen müssen. das führt einerseits dazu, dass die band animiert wird karten zu verkaufen - schließlich will sie gewinnen, der veranstalter hat ein gutes konzept. andererseits wird so nicht die “beste” band gewinnen, sondern die, die die meisten leute mitbringt. das ist für mich eigentlich nicht der sinn eines bandwettbewerbs. und genauso läuft es im internet. wenn man mit diesem konzept leben kann - dann ist das okay. für mich und meine band stand es nie zur diskussion geld zu bezahlen, um spielen zu dürfen. denn mal ganz ehrlich: bands touren sich den arsch ab und werden beschissen bezahlt - und nun sollen sie auch noch dafür bezahlen? sellaband ist natürlich in der hinsicht nicht schlimm, weil der musiker selbst kein geld bezahlt. es wäre naiv zu erwarten, dass die menschen, ohne eigenes zutun, bemerken, dass man gut ist und einen unterstützen.
>>Jetzt noch ein paar Punkte:
>>1.Es ist natürlich der Believer…
- gut, vielen dank für die information. andersherum hätte es mich auch sehr nachdenklich gestimmt.
>>2.Von Musik leben können…
- denkst du, ich denke das? nein, aber wiegesagt: die meisten haben keine möglichkeit sich so sehr auf die musik zu konzentrieren wie jemand, der seinen lebensunterhalt schon damit verdient. sie können es ganz einfach nicht. trotzdem gibt es auch unter diesen so viele gute und unterstützenswerte bands.
>>3.Den A&R, Produzenten…
- es wäre ja auch erschreckend, wenn man sich die songs nicht aussuchen könnte. könnte man eigentlich auch sagen: so, ich habe zwar meine 50k mit seichtem frauenpop verdient, möchte aber nun ein grindcore-album aufnehmen? das wäre wirklich absolute freiheit. ich hatte das erst nicht so verstanden, dass man sich die produzenten und studios selbst aussucht. schließlich heißt es:
“SellaBand will assign an A&R- manager who will book the producer, studio and mastering facility.”
Auch “DieterK” bemerkt im Spreeblick-Kommentar richtig, dass es von sellaband aus heißt:
“In der Titel-Vereinbarung von SELLABAND heißt es dazu (Punkt 3.5):
“SellaBand entscheidet allein (…) in welchem Aufnahmestudio die Aufnahmen gemacht werden (…) bis Sellaband entscheidet, dass eine Aufnahme produziert worden ist, die sowohl hinsichtlich der künstlerischen Qualität als auch von der Tonqualität verwertbar ist.””
Gant so viel Freiheit gibt es wohl doch nicht oder? Auch, wenn Johan Vosmeijer sagt, dass dieser Prozess in Absprache mit der Band erfolgt - letztendlich entscheidet, so wie ich das verstehe, die Plattenfirma, nicht der künstler.
>>4.Ich glaube die Chance…
- es wäre schade von so einem punkt auszugehen. das gute am internet und diesen neuen plattformen ist, das es musikern ermöglicht ihr publikum auf der ganzen welt zu finden. eine mit mir bekannte band hat es geschafft bei myspace unglaublich viele fans zu finden und sogar zu einem tollen plattenvertrag zu kommen. eine auf deutsch singende band hätte natürlich sowieso eine kleinere chance. es ging mir trotzdem darum zu zeigen: wie sieht es momentan bei den deutschen künstlern und sellaband aus. denn es geht nicht nur darum, ob man die möglichkeit hat ein internationales publikum anzusprechen, sondern auch, wie das projekt bis jetzt hier in deutschland genutzt wird. und dort muss man halt auch wieder sagen: bis jetzt ist es immer noch die möglichkeit für ganz wenige und das ewige rumkrebsen für ganz viele. laut schreien und sich bemühen und so.
>>5. Simeon produziere ich…
- interessant! also seid ihr, die ihr zusammenarbeit, bis jetzt trotzdem die einzigen deutschen, die eine chance auf das geld haben oder? woran liegt das?
>> 6. Ich heisse “Kirt”, nicht “Kirk”
- entschuldige bitte. star trek ist wohl zu präsent in den köpfen. frage mich gerade, warum ich es geschafft habe mit dem link auf den richtigen namen zu verweisen und dann nur noch den falschen zu verwenden. sellabrain.
7. Hardcore Metal ist Spartenmusik…
- genau. aber bis jetzt hat sellaband noch nicht die nötige größe, um bands aus untersparten diesen erfolg zu ermöglichen. denn genau das ist ja eigentlich das ziel solcher plattformen.
>>8. Mit dem Makro-Mikro song könntest du eine gute Chance haben. Darf ich dann den Deep House Remix davon machen?:-)
- aber gerne doch ;)
- ich finde es übrigens faszinierend, dass du dich so für das projekt einsetzt. so gesehen ist das natürlich auch werbung für dich. der erfolg gibt dir recht. mit solcher form von werbung kann ich aber gut leben, denn es ist eine in der der dialog möglich ist. ich wünsche dir weiterhin so großes feedback und diskussion. es füttert dein konto. wer würde da schweigen wollen
19. Mai, 2007 um 2:37 Uhr nachmittags
Diskussion ist wichtig und förderlich!Und jede Diskussion an der ich mich beteilige ist auch Werbung für mich. Da hast du Recht. Das ist aber nicht der haupt Grund warum ich das mache. Ich stehe wirklich hinter Sellaband als Konzept, sonst würde ich es nicht so verteidigen!Natürlich ist Sellaband auch nicht die letzte Antwort, wie es in der Musikbranche aussehen soll und es ist nicht perfekt. Ich möchte jetzt mal erläutern, wie die Alternativen aussehen: Ich gehe zu einem Label, das sich für meine Musik interessieren könnte und ein Praktikant hört die Demos vor. Er entscheidet dann was im Müll landet oder nicht.
Seine überanstrengten Ohren entscheiden dann was der A&R zu hören bekommmt. Der wiederum sieht nur wie er seinen Job behält. Ein oder zwei Fehltritte in seiner Entscheidung und er fliegt raus. Der Mann(oder Frau) ist nicht Risikofreudig.
Dann gibt er seine Auswahl an den Big Boss weiter und der entscheidet dann über Budget und die Menge an Energie, die in ein Projekt gesteckt wird. Viele Künstler werden auch NUR unter Vertrag genommen, damit die Konkurrenz sie nicht kriegt. Interesse am Entwickeln besteht nicht. Das ist die Mehrzahl der Künstler, die sich einem Label verpflichtet haben. Also, wenn ich zu einem Label gehe, entscheiden 3 mehr oder weniger Kompetente Leute über mein Schicksal als Künstler. Ich bin dem Label dannach in der Regel ausgeliefert. Ich bin “Die Bitch” des Labels, um es mal auf den Punkt zu bringen.
Auf Sellaband entscheidet der Hörer direkt was sich entwickeln soll und was nicht. Die Leute investieren in die Musik, die ihnen gefällt oder in der sie ein geschäftliches Potenzial sehen. Aber es entscheiden viele Menschen was mit einer Band passiert. Genau wie in einer Demokratie finde ich die Entscheidung die mehrere Treffen relevanter als die die nur wenige treffen(wie in einer Diktatur).
Cubworld zum Beispiel(Er hat die 50,000 schon erreicht):der Mann schreibt sehr gute Lieder mit Seele. Er ist Kofferträger am Flughafen gewesen und hat jetzt eine Reelle Chance mit seiner Musik Geld zu verdienen und dass seine Musik gehört wird(was noch wichtiger ist). Sein Album wurde in NY aufgenommen in den Sony Studios mit Produzenten die schon Christina Aguilera, Puff Diddy, Justin Timberlake usw. aufgenommen haben. Man kann über die Musik(der letzten Beispiele) sagen was man will, aber qualitativ und technisch ist alles absolut hochwertig. Er hat über alles Entscheiden können: mit wem er arbeitet, in welchem Studio, mit welchem Produzenten.
Diese Chance hätte so ein Künstler sonst NIE bekommen ohne die dafür notwendigen Kontakte. Das ist ein klassisches Beispiel für den sogenannten “Quereinstieg”. Er hat wenige “eigene” Fans auf Sellaband mitgebracht. Die Mehrzahl der Investitionen kam von Fremden, die erkannt haben, dass Cubworld was besonderes ist. So eine Entscheidung kann ich doch respektieren. Die Menschen wollen seine Musik hören und sie haben das entschieden, nicht irgendein Plattenboss mit Dollarzeichen in den Augen.
Man kann es auch so sehen: Sellaband ist ein CD vorverkauf. Im Grunde hat ein Sellaband Künstler in dem Moment wo er die 50,000 Marke erreicht hat, schon 5000 CD´s verkauft bevor das Album überhaupt aufgenommen wurde. 5000 verkaufte CD´s ist viel heutzutage und das kriegt ein Label mit einem Neueinsteiger nur mit Mühe und Not hin. Soll ich mich einem Label anschliessen, das noch nicht einmal fähig ist für mich 5000 CD´s zu verkaufen, wenn ich mit eigener Kraft als Einzelperson das dank Sellaband schaffen kann? Ich habe jetzt, wenn man so will, schon 1234 Alben verkauft. Nicht schlecht für ein Nobody.
Ein weiterer Beweis, dass Sellaband für Quereinsteiger funktioniert:ich arbeite zwar als Musiker, aber meine Aufträge kommen durch Mundpropaganda zu mir. Ich bin nicht so der Typ fürs Networken und habe auch eigentlich nicht viele Beziehungen zur Industrie. Ich habe da anscheinend Glück oder mache was richtig, dass immerhin einige Menschen meine Leistung haben möchten. Ein Sender wie Radio Fritz hätte ohne Sellaband sicherlich nicht so schnell mein Song gespielt und hätte mich auch nicht zum Interview eingeladen. Ich durfte übrigends frei aussuchen welches Lied gespielt wird. Finde ich sehr nett. So unkritisch fand ich Holger übrigends nicht. Er stellte die relevanten Fragen.
Ich war im Urlaub in Argentinien und bin aus Zeitvertreib und künstlerischer Rastlosigkeit zu verschiedenen Medien gegangen und habe ihnen das Sellaband Konzept vorgestellt. Bumm. Im Urlaub konnte ich dafür sorgen, dass der wichtigste Nachrichtensender über Sellaband berichtete und hat mich als Beispielkünstler genommen. Mich kannten sie halt schon. Dann noch ein Zeitungsbericht in der wichtigsten Wirtschaftszeitung, ein Fernsehinterview für einen Regionalsender und ich bin auf der Rotation gelandet von einem regionalen Radiosender. Das alles im Urlaub, nebenbei. Wie bitte kann man das sonst anstellen??
Zu den vertraglichen Bedingungen:
Die Verträge wurden in den Sellaband Foren schon ausgiebig diskutiert. Ich habe auch persönlich mit dem Sellaband Gründer gesprochen. Man darf hier nicht vergessen, dass es nicht NUR um die Künstler geht:es geht auch darum die Investoren vor Extremsituationen zu schützen. Erstens sollen sie ja auch was an ihrer Investition verdienen und das geht nicht wenn ein Künstler dann sagen kann:”Danke für das schöne Geld und die tollen Aufnahmen, ich gehe dann mal zu Sony BMG”
Und zweitens sollen sie auch von der Richtung her bekommen was sie erwartet haben als sie investiert haben. Es wäre sehr irreführend wenn ein Künstler das macht was du beschrieben hast. Erst seichte Popmusik machen und dann Thrash Metal abliefern. Ich würde mich da als Believer auch betrogen fühlen. Dafür gibt es diese Klauseln. In der Praxis hat Sellaband aber eine ganz andere Mentalität, als es manchmal in den Verträgen erscheinen lässt. Wie gesagt, vieles dient dem Schutz der Believer. Finde ich auch gerechtfertigt.
Ja, Sellaband bekommt die Zinsen, die das Believer Geld bringt(übrigends wird das Geld von einem deutschen Notar verwaltet). Aber warum auch nicht? Sie haben auch viel Kosten. Warscheinlich deckt das noch nicht einmal die augenblicklichen Kosten. Es ist auch kein Geheimnis, sondern es wird ganz klar und offen kommuniziert: Einmal in den Foren (bisher gibt es nur inoffizielle, das soll sich aber bald ändern) und in der wöchentlichen Sellaband Zeitung. Diskussion ist auf Sellaband sehr rege. Jedes nur denkbare Thema wird offen diskutiert. Keine Geheimniskrämerei.
Ich habe das gesamte Sellaband Team in Amsterdam(Bei dem ersten Sellaband Konzert) kennengelernt und ich kann versichern:die Leute meinen was sie sagen. Sie sind auf der Suche nach neuen Wegen, weil die Alten nichts mehr taugen. Sie denken im Sinne von Künstlern und der Musik, aber natürlich wollen sie auch was daran verdienen. Ist ja auch ok. Immerhin haben alle drei des Kernteams alle ihre guten Jobs dafür aufgegeben. Zwei davon stammen aus der Musikindustrie. Vernünftige, sympathische und kompetente Leute.
Was Simeon angeht: wir ziehen am gleichen Strang und auch er macht Radio Interviews unsw…Er macht auch nicht so den typischen Hip Hop und viele Menschen auf Sellaband finden das gut. da gibt es kein Geheimnis. Wir haben beide erst mal unseren gesamten Freundeskreis mobilisiert, Familie, Freunde der Familie unsoweiter und wenn man schon mal was zusammen hat, fällt es auch leichter mehr Leute zu finden. Wir produzieren Regelmässig “Making of” videos und stellen neue Lieder, neue Fotos ins Netz. Verschicken Rundmails, updates, pflegen unsere Myspace Seiten usw, Das übliche halt auf Sellaband, bei den Gruppen, die Erfolgreich sind. Und es zahlt sich bisher aus. Wir kommen unserem Ziel immer näher, Schritt für Schritt.
Was Spartenmusik angeht: auch jeder Spartenkünstler kann es in den Mainstream schaffen mit einem oder mehreren eingängigen Liedern:siehe Korn, Rammstein, Björk, Aphex Twins, Massive Attack. Trotzdem machen die noch ihre abgedrehteren Sachen. Als Einstieg braucht man aber was, das viele anspricht. Das habe ich inzwischen auch begriffen.
So, nun komme ich doch endlich mal zum Ende: Das mit der Star Trek Assoziation kann ich gut verstehen! Es gibt einige auf Sellaband, die mich schon “Captain Kirt” nennen:-)
Schöne Grüße aus Frankfurt
Kirt
19. Mai, 2007 um 3:09 Uhr nachmittags
Hallo Kirt,
der Großteil deiner Antwort war fast überflüssig. Ich denke wir wissen beide, dass veraltete Konzepte von Plattenfirmen nicht mehr funktionieren und das Internet eine großartige Chance für kleine Bands darstellt bekannter zu werden.
Alles was ich eigentlich sagen wollte war, dass ich denke, das sellaband grundsätzlich eine nette Idee ist. Es gibt aber Punkte, teilweise rechtliche, über die man sich dort bewusst sein muss. Wenn man diese so akzeptiert, dann ist es doch gar kein Problem!
sellaband ist ein projekt, bei dem geld eingenommen werden soll - wie bei jeder anderen plattenfirma. das geschieht vielleicht auf bessere weise. aber wiegesagt: man muss sich dessen bewusst sein.
ich glaube schon, dass die leute, die sellaband betreiben an das glauben was sie tun. ich habe viel mit plattenfirmen zu tun und weiß, dass die meisten, die dort arbeiten, das ganze wirklich aus interesse und liebe zur musik betreiben (aber auch die geschäftlichen interessen nie vergessen).
warum hast du die menschen kennengelernt?