Wer mich kennt, weiß vielleicht von meinem wohl im politischen Duktus als suboptimal zu bezeichnendem Verhältnis zu PETA und ihrer Kampagne „PETA2″.
Trotzdem bewegt mich dieser aktuelle Eintrag im natürlich sowieso zu empfehlenden Realitätsstudio und die Zunahme von lustigen Peta2-Bannern auf Myspace-Seiten dazu mich mal wieder zu äußern.
Gerade in der Hardcore-Szene ist die Zielgruppe von Peta2 erreicht wie nirgendwo. Man kann fast auf kein Konzert mehr gehen, ohne mit Flyern, Broschüren oder Ständen behelligt zu werden. Natürlich ist grundsätzliche die Orientierung dieser Szene zu begrüßen. Straight Edge und oder Vegetarier und Vegan sein ist schon löblich – aber genau wie bei SxE scheint der Aufruf zu Tierschutz und die Unterstützung von PETA inzwischen mehr als unreflektierte Modeerscheinung als bedachte Auseinandersetzung.
Immer, wenn ich so ein PETA2-Banner auf einer auch mit tausend anderen Bildern/Bannern vollgeklatschten Myspace-Seite sehe, frage ich mich, wie oft sich die Person wohl mal etwas zu der Organisation durchgelesen hat. Jedes Mal wenn ein Star sich nackt für PETA auszieht, frage ich mich, ob dieser Star Bescheid weiß, für wen er hier wirbt…
Der Gedanke ist ein einfacher: Die schützen Tiere – ich mag Tiere – also sind die unterstützenswert.
Dass es sich bei PETA aber um eine höchst fragwürdige Organisation handelt, dass wollen die meisten gar nicht wissen.
Zuerst einmal: Würde PETA auch nur die Hälfte des Geldes, dass für Flyer, Aufkleber und Werbung ausgegeben wird, für den Tierschutz einsetzen wäre es wohl erstaunlich wieiviel plötzlich da ist, um wirklich etwas zu bewirken. Stattdessen immer wieder die gleichen schockierenden Bilder und gleichen Slogans.
Und noch einmal möchte ich betonen: Ich bin für Tierschutz! Ich habe nur ein Problem mit PETA!
PETA ist es mit PETA2 gelungen einen Kult zu erschaffen, in dessen Mittelpunkt Mode und Attitüde zu stehen scheinen – nicht bedachter Schutz oder wirkliche Aktion. So nimmt der Tierschutz inzwischen auch nur noch einen kleinen Teil auf der PETA2-Homepage ein – wichtiger sind Bands (und natürlich deren Meinung zu PETA2).
Dabei müsste der, der sich wirklich für PETA interssiert doch nur einmal auf die Wikipedia-Seite schauen oder Aha-Express besuchen.
PETA unterstützt ALF, ELF und SHAC – undzwar auch finanziell. „In den letzen 10 Jahren hat Peta vier mal mehr Geld für Straftäter ausgegeben als für den offensichtlichen Tierschutz wie z.B. Sterilisierungsprogramme oder Zwinger.“ (aha-express).
Die meisten kennen wohl den oft diskutierten Holocaust-Vergleich – aber kennt das Myspace-xveganx-Girl auch die Tatsache, dass sich PETA bei einem palästinensischen Selbstmordanschlag mit einem Brief an Arafat richtete, in dem kritisiert wurde, dass bei dem Anschlag ein Esel gestorben sei? – die menschlichen Opfer wurden gar nicht erwähnt.
Oder der Fakt, dass Bruce Friedrich Timothy McVeighs Entscheidung Vegetarier zu werden folgendermaßen begrüßte: „Mr. McVeigh’s decision to go vegetarian groups him with some of the world’s greatest visionaries, including Albert Schweitzer, Mohandas Gandhi, Leo Tolstoy and Albert Einstein.“ (aha-Express)
Timothy McVeigh ist auch bekannt als Oklahoma-Bomber und für den Tod von vielen Menschen verantwortlich.
Ähem. Adolf war ja ach Vegetarier nicht?!
Ich zweifle regelmäßig am Verstand der PETA-Mitglieder.
„Hochrangige PETA-Mitarbeiter haben mehrfach erklärt, dass sie das Begehen solcher Straftaten zum Wohle von Tieren für legitim halten“ (wikipedia).
Solch eine Haltung stellt PETA in eine Reihe mit terroristischen Organisationen.
Interessanterweise distanzieren sich viele andere Tierschutzorganisationen radikal von PETA. Auch, dass PETA sich nicht nur für die „Sterbehilfe“ bei Tieren ausspricht, sondern sie auch aktiv betreibt wissen viele nicht.
„Unser Dienst besteht darin, denjenigen Tieren, die niemand haben will, einen friedlichen und schmerzlosen Tod zu ermöglichen!“ sagt Gründerin Ingrid Newkirk (wikipedia)
Ob man das gut oder schlecht findet sollte man bitte selbst beurteilen – man sollte es nur WISSEN!
Nikakoi weißt auch auf die neue PETA2-Aktion Support the SHAC7 hin. Auch hier schadet ein Blick auf Wikipedia nicht.
Bezeichnend, dass in den ersten 4 Aktions-Beiträgen auf der PETA2-Seite 2 mal Myspace vorkommt.
Was die meisten auf dieser Seite aber wohl eher interessiert sind Sparten wie „Spotlight“:
„Hier bekommst du die frischesten News über die Bands, Skater, Surfer, Schauspieler und Sportler, die sich entschlossenen haben dem Missbrauch von Tieren entgegen zu treten. Hast du dich nicht sowieso schon gefragt, ob der Bassist deiner Lieblingsband nicht insgeheim vegan lebt? Oder bist du gelangweilt vom alltäglichen Chartgedudel und heiß darauf einen neuen, unverbrauchter Künstler zu entdecken, der überdies auch noch tierfreundlich lebt? Oder interessiert dich was hinter Hollywoods Kulissen passiert und wer die Stimme gegen KFC und Co. erhebt?“
Da gibt es dann Überschriften wie: „Jeph von THE USED – Ein Veggie mit Gefühl!“ oder „MUFF POTTER. – Vier Veggies auf dem Weg nach oben!“.
Wenn du also deinen persönlichen Kuschel-Veggie suchst – hier wirst du fündig.
Also: Anstatt Tierschutz aktiv zu unterstützen – kauf dir lieber ein PETA2-Shirt und trag es nach außen. Denn vielleicht lebt dein Nachbar ja auch ingsheim vegan. Dann könnt ihr euch in die Arme fallen, gemeinsam eure Myspace-Präsenz verschönern und dem nächsten Vegetarier in der Pit so richtig in die Fresse treten (nicht true genug).
Auf Nachfrage: Brief an Arafat
29. Mai, 2007 um 1:28
ok, wir haben nun wirklich gegensätzliche standpunkte, aber ich möchte dennoch kurz was zu diesem blogeintrag sagen:
erstmal: ich stimme dir zu was peta/peta2 und „lifestyle“ betrifft. ich finde peta auch eher bescheiden. mensch kann einfach nicht sagen „es ist COOL vegetarier zu sein“ als wäre das der wichtigste grund. auch den holocaust vergleich finde ich extrem geschmacklos wie auch den brief an arafat.
was ich nicht so gut finde ist die kritik, peta würde organisationen wie die alf unterstützen anstatt tiere zu kastrieren. ich finde zB beides wichtig. mir fehlt halt so der ausgleich bei dir.
sagen wir mal so: im grunde hast du recht, aber da ich weiß dass du fleisch isst, weil es dir schmeckt hat der eintrag für mich einen negativen beigeschmack. halt in die richtung: peta ist natürlich zwiespältig. aber dann sollte mensch wenigstens was anderes tun, um tiere zu schützen.
29. Mai, 2007 um 1:29
achja und die überschrift finde ich sehr fehl am platze. nur weil es menschen gibt, die vegetarier sind weil hitler einer war nimmt das nicht gleich dem vegetarismus, dem veganismus die legitimation generell.
29. Mai, 2007 um 1:42
also das mit der überschrift ist mir schon klar anna. sie soll natürlich nur provozieren. das gebe ich zu, sie ist nicht so toll. ich überlege auch sie zu ändern, aber das wäre so inkonsequent. es regt mich momentan auf, dass man fürs nicht vegetarier-sein von der „szeeeneeee“ momentan gleich angeklagt wird…
aber wenn man jemanden nur wegen des vegetarier-seins gleich in eine reihe mit anderen „großen persönlichkeiten“ rückt, dann könnte man hitler genauso nennen. siehe timothy mcveigh
es ist halt schwer kritik zu üben, ohne die ganze zeit zu sagen: hey, aber grundsätzlich finde ich die ursprüngliche idee doch super und ich schäme mich die ganze zeit fürs fleisch essen.
es geht mir bei der unterstützun darum, dass man das richtige maß finden sollte. und ich finde der finanzielle aufwand in sachen unterstützung evtl. fragwürdiger organisationen und PR steht bei PETA in keinem verhältnis zur wirklichen aktion.
hihi. negativer beigeschmack. nein. entschuldige.
29. Mai, 2007 um 3:15
Erinnerst du dich noch an die „your mommy kills animals“-Kampagne, die sich gezielt an Kinder richtete? Da gibt es in meinen Augen keinen Unterschied zu Kindermarketing bei Super RTL oder so. Ein großes Haufen Sch.!
30. Mai, 2007 um 1:57
für mich läßt sich das runterbrechen auf die ewige moralsabberei von vegetariern: ich bin ein besserer mensch weil ich kein fleisch esse. nun mag es viele gründe geben, warum man keine tierprodukte mehr in seinem ernährungsplan hat, meiner ist simpel und ergreifend, dass es mir nicht schmeckt – so wie dem peter kein blumenkohl und der anna senf nicht. usw.usf. könnte man jetzt in unendliche weiten schleudern und sagen: dit hat was mit kapitalbegriff und positionierung im gesellschaftlichen raum – is ja auch schick gegen etwas zu sein, die ästhetik des anti – zu tun. vegetarismus ist keine lebenseinstellung und auch nicht besser: bedenke mal den umfang der soja-produktion, und die quersumme davon, nämlich genmanipuliertes soja aus eben jenem land, den USA, das in den peta-videos so gerne runtergeleiert wird. ha!
20. August, 2008 um 8:40
hey. anfangs mal:jeder hat seine meinung und ich hab vllt ne etwas andere als der verfasser des artikels. ich selbst bin vegetarierin seit ich 3 jahre alt bin. und ich hab mir auch schon mehrfach sachen bei peta bestellt.
aber so wie es hier geschrieben wird, sieht es fast so aus also ob sich hinter der tierrechtsorganisation(die laut deinen quellen mehr für verbrecher als für tierschutz ausgibt) eine art terrororganisation verbirtg. und das glaube ich nicht.
ich denke es ist eine sehr lobenswerte organisation. leider wird es vllt mehr oder weniger zu einer modeerscheinung ein t-shirt von denen zu tragen, aber es gibt ja tatsächlich die leute die auf die straße gehen und laut nein zur heutigen „kultur“ und zu ihren konsumerscheinungen sagen.
denn wie Kurt Tucholsky sagte:“Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner
Zeit zu befinden und laut zu sagen: ‘Nein!’“